Ein Rohbau entsteht

Der Bogenkern wird aus fünf Teilen zusammengesetzt.

Die einzelnen Teile werden aus getrockneten Stammholz-Spaltlingen mit der Bandsäge herausgeschnitten. Somit kann die Lage der Jahresringe im Bogenkern besser gesteuert werden.

Die Siyahs werden mit einem V-Spleiß versehen.

Danach werden die Einzelteile miteinander verklebt.

Mit der Bandsäge, dem Bandschleifer und der Feile wird die Form des Bogens

-- hier ein Propellerbogen -- herausgearbeitet.

Zum Schluß werden die Siyahs ausgeformt.

Hornbelag

Für den Hornbelag werden Wasserbüffel-Hornstreifen auf eine gleichmäßige Dicke gehobelt.

Die Hornstreifen werden auf den Bogenbauch geklebt

Sehnenbelag

Der Sehnenbelag beginnt mit einer Arbeit für jemanden der Vater UND Mutter erschlagen hat.

Die getrocknete Hirschsehne wird mit dem Hammer solange bearbeitet bis die Sehnenfaser-Pakete herausgelöst werden können. Danach werden die einzelnen Sehnenfasern aus den Paketen herausgezogen. Die Sehnenfasern werden nach Länge sortiert in kleinen Bündeln bereitgelegt.

Im Anschluß werden die Bündel befeuchtet, ausgekämmt und mit Hautleim auf den Bogenrücken geklebt. Nach dem ersten gelieren des Klebers wird der Wurfarm mit Hosengummi (ohne Zug) umwickelt. Durch erhitzen des Belags mit dem Heißluftfön kann dann überschüssiger Kleber herausgedrückt werden. Dadurch wird eine Homogenisierung der Fasern im Belag erreicht.

Nach einer Trockenzeit von ca. 5-8 Wochen wird eine zweite Sehnenschicht aufgelegt. Diese muß dann weitere 5-8 Wochen trocknen.

Siyahverstärkung

Nachdem auch die zweite Sehnenschicht getrocknet ist werden die Siyahs seitlich angespitzt und mit Hirschgeweih- oder Büffelhornplatten verstärkt.

Nach dem Aufkleben werden die Verstärkungen in Form geschliffen und mit Sehnenkerben versehen.

Die äußere Sehnenkerbe dient zur Aufnahme der Spannschnur.

Das erste Aufspannen  --  Der Tiller

Zunächst wird die sehr raue Oberfläche des Bogens mit Feile und Schleifpapier bearbeitet, bis alle Unebenheiten beseitigt sind. Danach werden die provisorischen Wicklungen angebracht.

Durch behutsamen Zug an den Siyahs wird der Wurfarm auf die Biegung vorbereitet. Die Wurfarme werden durch minimale Abnahme des Hornbelags mit der Ziehklinge vorgetillert, bis eine gleichmäßige Biegung, bei ungefähr gleichem Zuggewicht erreicht ist.

Mit Hilfe einer Tillersehne wird der Bogen das erste Mal aufgespannt -- nicht erschrecken, der ist zunächst krumm und schief. Durch erneute Abnahme des Hornbelags wird der Tiller verbessert, bis der Bogen auf Standhöhe symmetrisch gebogen ist.

Der Bogen wird danach auf dem Tillerbrett bearbeitet. Durch den itterativen Prozess des Tillerns --  Abnehmen des Hornbelags -- Biegebeurteilung -- usw erreichen wir langsam eine gleichmäßige Biegung, bei dem vorgesehenen Auszug und dem angestrebten Zuggewicht. Danach wird der Bogen behutsam eingeschossen.

..... wird fortgesetzt